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Moskau Moskau wirf die Gläser an die Wand…

Posted by Holger - 16 Mai 2009

Der Eurovision Songcontest, der Grand Prix de la Chanson, findet zu Beginn des 21. Jahrhunderts in Russland statt, in Moskau, wo das fanatische Treiben verbohrter Barbaren das gesellschaftliche Miteinander bestimmen.

Grand-Prix-Kenner Jan Feddersen hat schon viel gesehen und gehört – erstmalig, so beschreibt er in seinem Blog, hat er jedoch Angst im Zusammenhang mit dem Liederwettbewerb verspürt. Nicht der fragwürdigen Qualität der Beiträge wegen, sondern aufgrund des Umgangs, den russiche Behörden, Polizei und gesellschaftliche Gruppierungen gegenüber homosexuellen Bürgerinnen und Bürgern haben.

Schwule und Lesben, in Russland quasi vogelfrei wie Verstoßene des Mittelalters, wollten auf die unrechtmäßigen Behandlung durch eine gewaltfreie Demonstration auf sich aufmerksam machen. Wie in der Vergangenheit dürfen zwar Rechtsradikale und Klerikale gegen Schwule und Lesben verbal und handgreiflich vorgehen, aber Homosexuellen selbst wird jedes Recht verweigert; so auch das Recht auf freie Meinungsäußerung. (Siehe z.B. Artikel der Tagesschau)
1979 belegte die Gruppe Dschinghis Khan für Deutschland beim Grand Prix Eurovision mit dem Lied „Moskau“ den vierten Platz (und wird damit weit weit vor dem diesjährigen deutschen Beitrag positioniert sein).  In dem Schlager hieß es:

Moskau
Tor zur Vergangenheit
Spiegel der Zarenzeit
Rot wie das Blut

Wie wahr. Offensichtlich ist auch heute noch Rußland „Tor zur Vergangenheit“ und ein Spiegel der diktatorischen Zarenzeit. Schlimm jedoch, dass diese Menschenfeinde über Technik der Moderne verfügen, wenn sie gewaltsam gegen Lesben und Schwule vorgehen.

Ich frage mich, was den Moskauer Bürgermeister, die Christen, die Rechtsradikalen es angeht, mit wem andere Leute ins Bett gehen? Und ich frage mich, wie es sein kann, dass ein Land derart gegen private sexuelle Interessen vorgeht, das zugleich einen angemessenen Platz in der internationalen Staatengemeinschaft innehaben will.

Moskaus Bürgermeister, Juri Luschkow, ein homophober Mistkerl, hat sich vielfach unflätig gegenüber der Liebe zweier Männer oder zweier Frauen ausgesprochen, sie u.a. als „teuflisch“ bezeichnet. Das „Teuflische“ seht dem „Göttlichen“ gegenüber. Das eine kann es ohne das andere nicht geben. Böse sind natürlich immer die anderen. Das ist das Schlimme an fanatischen Ideen, wie z.B. der Idee der reinen Rasse oder der reinen (göttlichen) Lehre.

Mein Mitempfinden gilt den überaus mutigen Aktivistinnen und Aktivisten, die sich für den gesellschaftlichen Fortschritt haben verprügeln, ihrer Rechte berauben und einsperren lassen. Denn sie treten nicht alleine für sich ein, sondern vielmehr für eine Befreiung der russischen Gesellschaft aus der Umklammerung der Angst, der Unterdrückung, der Zensur und der Diktatur.

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