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schwer zu ertragen

Posted by Holger - 9 August 2008

Der preisgekrönte Film (Edward R. Murrow Award, British Broadcast Award Best Documentary, Royal Television Society Award, Nominierung für British Academy Award) von Autorin Ric Esther Bienstock ist schwer zu ertragen. Er erzählt, wie Frauen aus Osteuropa in die Sexsklaverei verkauft werden. Die Autorin macht sich mit Viorel aus Odessa auf die Suche nach seiner Ehefrau Katja, die von einem skrupellosen Bekannten in der Türkei an Zuhälter verkauft wurde.

Teil 1
http://de.youtube.com/watch?v=8bi4Bj_P6_g

Teil 2
http://de.youtube.com/watch?v=r8azfYZj9uU

 

Teil 3
http://de.youtube.com/watch?v=j_TCfCn0YeY

 

Die Filmemacherin verfolgt mit dem Ehemann die Spur der verschwundenen Ehefrau und konfrontiert zum Teil mit versteckter Kamera die Menschenhändler. Es gelingt schliesslich, Katja zu finden und sie zu befreien. Der Film gewährt tiefe Einblicke in das Netzwerk der illegalen Frauenhaendler, die jedes Jahr unzählige Frauen aus Osteuropa in Bordelle bringen. Es gelingt den Filmemachern, Menschenhändler und Zuhälter vor die Kamera zu bekommen – der Mann, der Katja verkauft hat, hilft dem Ehemann Viorel, seine Frau wiederzufinden.

Mit Frauenhandel bzw. Mädchenhandel wird die illegale Praxis der Behandlung von Frauen wie ein Handelsgut bezeichnet. Meist handelt es sich hierbei um Formen des kriminellen bzw. schweren kriminellen Menschenhandels. Dieser umfasst die Tatbestände der Zwangsprostitution und die sexuelle Ausbeutung unter Ausnutzung von Zwangslagen oder Hilflosigkeit der Opfer.

Ebenfalls unter diesen Oberbegriff fällt die Zwangsverheiratung aus finanziellem Interesse und – nach Ansicht einiger Aktivisten – die internationale Heiratsvermittlung.

Der Begriff Frauenhandel ist heute eher ein politischer denn ein rechtlicher Begriff, entspricht aber der bis vor einigen Jahren gültigen rechtlichen Definition von Menschenhandel in den meisten europäischen Ländern, die erst in den späten 1990er Jahren bzw. Anfang der 2000er Jahre weg vom Menschenhandel zum Zweck der Prostitution hin zu einer allgemeineren, alle Menschen betreffenden Definition erweitert wurde. Laut den auf Frauenrechte spezialisierten NGOs sei dieser Bereich von Menschenrechtsverletzungen, bei denen vor allem Frauen zu den Opfern zählen, von den Menschenrechtsorganisationen aber auch der internationalen Gemeinschaft und den Regierungen der „Zielländer“ des Frauenhandels lange Zeit vernachlässigt worden.

Der Handel mit der Ware Frau aus Mittel- und Osteuropa hat nach dem Fall des Eisernen Vorhangs und der Öffnung des Ostens innerhalb der letzten 10 Jahre dramatisch zugenommen. Während viele Frauen auf der Suche nach Arbeit und der Möglichkeit, die wirtschaftlichen Grundbedürfnisse abzudecken bereit sind, ihre Heimat zu verlassen, nutzen skrupellose Menschenhändler den Migrationswillen und die Unwissenheit der Frauen über gesetzliche Regelungen in den Zielländern aus, um das große Geschäft zu machen. Gemeinsam mit Drogen- und Waffenhandel gehört Menschen- bzw. Frauenhandel zu den drei ertragreichsten „Geschäften“ des organisierten Verbrechens.

Doch nicht nur aus und in Osteuropa werden Frauen gehandelt, auch Frauen aus Lateinamerika, Afrika und Asien sind vom Frauenhandel betroffen. Viele der gehandelten Frauen finden sich in der Sexindustrie, als billige Haushaltshilfen oder Ehefrauen ohne Rechte in Ländern der EU wieder.

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