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Menschenrechte: Artikel 23

Posted by Holger - 23 Juni 2008

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte
Artikel 23

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  1. Jeder hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufswahl, auf gerechte und befriedigende Arbeitsbedingungen sowie auf Schutz vor Arbeitslosigkeit.
  2. Jeder, ohne Unterschied, hat das Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit.
  3. Jeder, der arbeitet, hat das Recht auf gerechte und befriedigende Entlohnung, die ihm und seiner Familie eine der menschlichen Würde entsprechende Existenz sichert, gegebenenfalls ergänzt durch andere soziale Schutzmaßnahmen.
  4. Jeder hat das Recht, zum Schutz seiner Interessen Gewerkschaften zu bilden und solchen beizutreten.

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Man darf nun nicht verwechseln: Das Recht auf Arbeit ist nicht gleichbedeutend wie das Recht auf einen Arbeitsplatz. Und was heißt schon „Schutz vor Arbeitslosigkeit“?

„Jeder“, heißt es, und dann noch einmal betont: „ohne Unterschied“ sei für gleiche Arbeit gleich zu belohnen. Wie kommt es dann, dass allein in der Bundesrepublik Deutschland diverse Untersuchungen periodisch feststellen, dass Frauen für gleiche Arbeit weniger Lohn erhalten als Männer? Lesen Sie hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier oder eine der zahlreichen anderen Studien, die Sie leicht googlen können. Der Lohnunterschied beträgt in Deutschland im Schnitt (sic!) 22 Prozent! Fast ein Viertel!

Deckt sich der 3. Satz dieses Artikels der Menschenrechte mit der 1-Euro-Jobber-Praxis? Jeder, der arbeitet, so heißt es, hat das Recht auf gerechte und befriedigende Entlohnung, die ihm und seiner Familie eine der menschlichen Würde entsprechende Existenz sichert, gegebenenfalls ergänzt durch andere soziale Schutzmaßnahmen. Als superbillige Arbeitskräfte missbraucht erledigen 1-Euro-Jobber öffentliche oder soziale Aufgaben. Ungelernte und (nicht nur aufgrund der „Bezahlung“) unengagierte Kräfte halten Regierungsvertreter in der Altenbetreuung offensichtlich für einsetzbar. Eine Schande für diejenigen, die diese Praxis eingeführt haben! Zeigt es doch, dass die Politiker nicht nur die Würde der Arbeitnehmer, sondern auch die der Alten mit Füßen treten!
Lesen Sie hier, was 1-Euro-Jobber aus ihrem Alltag berichten; oder hier, hier, hier, hier, hier, hier oder hier.

Und wie vereinbart sich der Umgang mit Hartz-IV-Empfängern, der Zwang, 1-Euro-Jobs annehmen zu müssen, eigentlich mit §233 StGB? Dort heißt es: „Wer eine andere Person unter Ausnutzung einer Zwangslage oder der Hilflosigkeit, die mit ihrem Aufenthalt in einem fremden Land verbunden ist, in Sklaverei, Leibeigenschaft oder Schuldknechtschaft oder zur Aufnahme oder Fortsetzung einer Beschäftigung bei ihm oder einem Dritten zu Arbeitsbedingungen, die in einem auffälligen Missverhältnis zu den Arbeitsbedingungen anderer Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer stehen, welche die gleiche oder eine vergleichbare Tätigkeit ausüben, bringt, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft.

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