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Tag der Milch

Posted by Holger - 1 Juni 2008

Heute am 1. Juni ist „Tag der Milch“.
Doch denjenigen, denen wir diesen Tag verdanken, wird nicht gedacht: den Kühen.

Was viele Menschen nicht wissen oder nicht bedenken: damit Kühe Milch geben, müssen sie gekalbt haben. Nur Mütter geben Milch. So wird jede Kuh in der Regel ein mal pro Jahr zwangsbesamt (vergewaltigt), damit sie ein Kalb gebärt auf dass sie dann Milch gibt. Ein Kind pro Jahr. Das ist weitaus mehr, als eine Kuh in Freiheit an Nachwuchs zur Welt bringen würde und auch weitaus mehr, als der Körper einer Kuh verkraften kann.

Nach der Geburt des Kalbes geben die Mutterkühe ca. 10 Monate Milch. Üblicherweise sind dies 600 bis 800 Liter. Genug, damit das Kälbchen satt werden kann. Nicht jedoch genug, um die Profitgier des Menschen zu befriedigen. Derzeit erwartet ein Bauer, dass eine Kuh im gleichen Zeitraum ca. 7.000 Liter Milch produziert. Doch das ist nicht der Spitzenwert. „Top-Tiere“ liefern bis zu 14.000 Liter Milch pro Jahr. Also das 20fache dessen, was eine Kuh in Freiheit auf natürlichem Weg an Milch geben würde!

Um solche enormen Überproduktionen zu erhalten müssen die Tiere entsprechend „behandelt“ werden; durch Züchtung und Chemie. Da der Körper einer Kuh auf solche Hochleistungen nicht ausgerichtet ist, kommt es zwangsläufig zu Mangelerkrankungen, Erschöpfungen und anderen Deformationen; so ist beispielsweise ein Drittel der in Deutschland „gehaltenen“ („versklavten“ wäre das passendere Wort) Kühe an Mastitis erkrankt, einer Brustentzündung. Ca. ein Viertel der Kühe lahmen, da der Körper körpereigenes Gewebe für die Milchproduktion zweckentfremdet.

Eine Kuh, die in Freiheit ca. 20 Jahre alt werden würde, wird unter den genannen Umständen in der Regel nur bis zu 5 Jahre alt. Dann lässt die „Milchleistung“ so weit nach, dass das Tier für den Bauern unrentabel geworden ist. Die Kuh wird geschlachtet. Eine zynische Bemerkung eines Landwirts klingt mir noch im Ohr: „Bei einer Kuh kannst du alles zu Geld machen, nur das >Muh< nicht“. Es war witzig gemeint.

Was geschieht eigentlich mit den Kälbern?
Die neugeborenen Kälber werden direkt oder nach großzügigen ein bis zwei Tagen ihren Müttern entrissen. Sie sollen ja auf keinen Fall die wertvolle Milch trinken, die sie zum Leben brauchen – die ist Geld wert und soll verkauft werden. Kühe sind nachgewiesenermaßen empfindungsreiche Tiere mit sozial-mütterlichem Verantwortungsstreben. Sie wollen sich um ihren Nachwuchs kümmern. Doch die „Milchkuh“ sieht ihr Kalb nie wieder.
Die Kälber werden nicht mehr gebraucht. Schließlich ging es nur darum, die Kuh „milchfähig“ zu machen. Die Kälber werden demnach nach kurzer Zeit ins Schlachthaus gebracht. Dort werden sie ermordet. Kalbsfleisch ist eine besonders perfide Form der Verspeisung Getöteter, denn es sind Babys und Kinder, die sich der Fleischesser einverleibt. Nicht alle ermordeten Kälber landen auf dem Teller des Menschen; ein Großteil wird zu Hunde- oder Katzenfutter verarbeitet, auch in Pasteten ist häufig Kalbsfleisch enthalten und das Lab der Kälbermägen wird für die Käseherstellung verwendet.

Der Tag der Milch. Warum nicht ein Tag für Kühe?

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