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Menschenrechte: Artikel 16

Posted by Holger - 28 Mai 2008

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

Artikel 16

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  1. Heiratsfähige Frauen und Männer haben ohne Beschränkung auf Grund der Rasse, der Staatsangehörigkeit oder der Religion das Recht zu heiraten und eine Familie zu gründen. Sie haben bei der Eheschließung, während der Ehe und bei deren Auflösung gleiche Rechte.
  2. Eine Ehe darf nur bei freier und uneingeschränkter Willenseinigung der künftigen Ehegatten geschlossen werden.
  3. Die Familie ist die natürliche Grundeinheit der Gesellschaft und hat Anspruch auf Schutz durch Gesellschaft und Staat.

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Eine Selbstverständlichkeit, scheint es. Doch in vielen Ländern, die sich zivilisiert nennen, wird dieses Recht nach wie vor vielen Menschen vorenthalten. Zum Beispiel gleichgeschlechtlich liebenden Personen.

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Kürzlich las ich in der GEO (leider erinnere ich mich nicht mehr, welche Ausgabe es war) einen Bericht über Frauen in einem Entwicklungsland, die dort von ihrer Familie, in erster Linie von den männlichen Familienmitgliedern an einen anderen Mann verheiratet werden. Die Frauen erhalten vorher mehrere Tage nichts zu essen, damit es ihnen an Kraft fehlt, sich der Hochzeit und der ersten Nacht, das heißt dem Geschlechtsverkehr, zu widersetzen. Kann der Bräutigam aufgrund des Alkoholkonsums seinen „männlichen Pflichten“ (so hieß es in dem Artikel) nicht nachkommen, übernimmt ein Freund des Bräutigams „diese Aufgabe“. Mit anderen Worten: die gegen ihren Willen verheiratete Frau wird auf jeden Fall in ihrer Hochzeitsnacht vergewaltigt, gesellschaftlich rituell legitimiert, sei es durch ihren neuen Ehemann oder durch dessen Freund. Ein Mitbestimmungsrecht wird ihr verweigert.

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Mit dem letzten Punkt habe ich persönliche Schwierigkeiten. Ich verstehe nicht, warum die Familie „die natürliche Grundeinheit der Gesellschaft“ sein soll. Das Wort „natürlich“ klingt, als sei es ein Naturgesetz. Viele Gesellschaftsformen haben sich im Laufe der Menschheit entwickelt, die kein Familienmodell in unserem Sinn beinhalteten. Nach meinem Dafürhalten hat der Einzelne und dessen Netzwerk aus Freunden und ihm vertrauten Personen Anspruch auf Schutz durch Gesellschaft und Staat; unabhängig davon, ob es sich bei seinen Auserwählten um Familienangehörige handelt oder nicht.

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