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Menschenrechte: Artikel 11

Posted by Holger - 20 Mai 2008

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Allgemeine Erklärung der Menschenrechte
Artikel 11

  1. Jeder, der wegen einer strafbaren Handlung beschuldigt wird, hat das Recht, als unschuldig zu gelten, solange seine Schuld nicht in einem öffentlichen Verfahren, in dem er alle für seine Verteidigung notwendigen Garantien gehabt hat, gemäß dem Gesetz nachgewiesen ist.
  2. Niemand darf wegen einer Handlung oder Unterlassung verurteilt werden, die zur Zeit ihrer Begehung nach innerstaatlichem oder internationalem Recht nicht strafbar war. Ebenso darf keine schwerere Strafe als die zum Zeitpunkt der Begehung der strafbaren Handlung angedrohte Strafe verhängt werden.

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Die Unschuldsvermutung – nicht immer ist sie leicht aufrecht zu halten. Wenn wir von brutalen Übergriffen, Kindesmissbrauch oder Terroranschlägen lesen, sind wir selbst schnell dabei, jemanden zu verurteilen; noch lange bevor wir echte, authentische Informationen erhalten. Die Sachlage scheint klar. Doch was wissen wir wirklich? Zugegeben: es ist oft kompliziert, in dem Geflecht aus vielen Sichtweisen sich ein richtiges Bild zu machen. Die Wut über eine Brutalität lässt uns manchmal vorschnell entscheiden. Es geht hier nicht darum, Täter von ihren Taten „freizusprechen“ – es geht darum, jedem ein faires Verfahren angedeihen zu lassen. Vorverurteilungen aller Art sind offene Türen für Terror und Diktatur.

Ein Freund von mir wurde mal von der Polizei in Handschellen abgeführt. Der Vorwurf: Kindsmissbrauch. Später stellte sich heraus, dass ein Mädchen sich sein Auto-Kennzeichen gemerkt hatte; wahllos. Ein Kennzeichen von vielen. Einen Missbrauch hatte es nie gegeben. Das konnte zweifelsfrei nachgewiesen werden. Was wäre passiert, hätte die Unschuldsvermutung nicht gegriffen? Diese Begebenheit zeigte mir, wie schnell jeder in einen Verdacht geraten kann.

Auch der zweite Passus ist nachvollziehbar. Bürger benötigen eine klare Gesetzesgrundlage. Sie müssen wissen, was sie gemäß den Gesetzen des Landes tun dürfen und was verboten ist. Heute ist der Konsum von Alkohol für Erwachsene erlaubt. Was, wenn er morgen verboten würde. Stellen Sie sich vor, Sie könnten rückwirkend dafür bestraft werden. Ein Irrsinn – ein Irrsinn, den sich totalitäre Systeme zunutze machen. Gemäß demMotto: „Das hättest du doch ahnen können…“

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