Nachdenkstoff

Inspirationen, Impulse, Informationen, Interessantes

Massaker für Etepetete

Posted by Holger - 3 März 2008

„Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt. / Er setzt seine Felder und Wiesen instand.“ – Das war gestern.
Heute: „Im Märzen der Schlächter die Robben schlägt tot. / Verschandelt das arktische Weiß in Blutrot.“

Kanada. Eine ruhige Winterlandschaft. Glitzender Schnee. Ein Zauber liegt in der Luft. Neugeborene Robbenbabys suchen die Nähe zu ihren Müttern. Das Leben liegt vor ihnen. Vierzehn Tage sind sie alt. Ihr Fell ist weiß und weich.
Zu weich.
Der Mensch, gierig und empfindungskalt, will es haben, dieses Fell. Mit harten und spitzen Keulen, Widerharken aus Stahl, machen sich „Jäger“ auf den Weg in das ewige Eis. Ihr Ziel: die Schädel der Neugeborenen zu zertrümmern. Sie verwandeln den Schnee buchstäblich in eine blutrote Landschaft des Entsetzens. Die Robbenmütter müssen hilflos zusehen, wie ihre Kinder abgeschlachtet werden. Noch einmal: hier geht es nicht um das Überleben von Menschen. Hier sind sattgefressene, gierige Mörder am Werk, denen das Leben und die Schöpfung nicht heilig ist, die nichts anderes haben wollen als das weiche Fell der neugeborenen Robben – um sich mit diesen blutigen „Trophäen“ zu „schmücken“.

Schon als Jugendlicher konnte ich nicht nachvollziehen, was daran attraktiv sein sollte. Bis heute hat sich mein Unverständnis und mein Entsetzen nicht gelegt. Im Gegenteil: meine Wut über diese Grausamkeit ist nach wie vor groß.

Im vergangenen Jahr wurden in Kanada 270.000 Robben geschlachtet – fast alle von ihnen waren jünger als 3 Monate. Normalerweise werden Robben bis zu 30 Jahre alt. Nun soll im März 2008 erneut eine junge Generation dieser verletzlichen Babys zu Tode geprügelt, gehäutet und erschossen werden, um die Gier der Pelzindustrie und die Eitelkeit der Konsumenten zu befriedigen.

Um einen Mantelkragen aufzuplustern oder für einen „hübschen“ Schlüsselanhänger wird inkauf genommen, dass die blutenden Babys, zum Teil noch bei Bewusstsein, an einem Stahlhaken über das Eis geschleift werden bis zu einer Stelle, wo man sie direkt häutet. Da es für Robbenfleisch so gut wie keinen Markt gibt, lässt man die nackten Körper der Jungen einfach auf einem Berg vor Ort liegen und verrotten, während die verängstigten Überlebenden, oftmals die Muttertiere, durch die abgeschlachteten Körper kriechen müssen.

Profitgier ist der einzige „Grund“ für diesen Massenmord. Es geht weder um Gesundheit, noch um Leib oder Leben der Menschen. Nirgendwo auf der Welt gibt es einen Menschen, der des Überlebens willen auf das Fell neugeborener Robbenbabys angewiesen ist. Die verrohte Abschlachterei ist an barbarischer Ekelhaftigkeit kaum zu überbieten. Sie verlangt neben Profitgier Dummheit, Gefühlskälte und eine mich geradezu anwidernde Einstellung gegenüber Leben und Natur.

Blutige Hände machen sich nicht nur die Mörder vor Ort, die die hilflosen Tiere mit Knüppeln erschlagen, sondern auch Abnehmer der Pelze, Konsumenten und die Regierungen, die aus „wirtschaftlichen Gründen“ dieses Grauen zulassen. So billigt und subventioniert die kanadische Regierung das Massaker. Für die Tierrechtsorganisation PETA ist dies ein Grund, mit einer Petition an die kanadische Regierung und die Botschaften Kanadas heranzutreten. Dieser Link führt Sie zu einem entsprechenden Aktionsaufruf.

Welchen Aufschrei hätte es wohl gegeben, wenn der Berliner Zoo das Eisbärenbaby Knut erschlagen hätte, um das Fell des Kleinen zu verkaufen? In Kanada geht es um mehrere hunderttausend Knuts. Jedes Robbenbaby ist ein eigenständiges Wesen. Keines davon ist auf der Welt, um als totes Abfallprodukt an ein menschliches Kleidungsstück angenäht zu werden.

Erheben Sie Ihre Stimme. An die kanadische Botschaft eine Mail zu schreiben kann nicht so schwer sein! Wer in Eile ist kann einfach dieses vorformulierte Formular verwenden. 335.000 Sattelrobbenbabys hat die kanadische Regierung zum Tode „freigegeben“. Das sind 335.000 gute Gründe, etwas zu tun. Falls Sie noch eine Argumentationshilfe brauchen und Sie starke Nerven haben, können Sie sich auch dieses Video ansehen, das Aufnahmen der Robbenjagd in Kanada zeigt.

Nur Entsetzen und Bedauern zu empfinden, ohne aktiv zu werden, heißt jedoch, die Täter zu schonen und die Massenmorde zu billigen. Wollen und können Sie das?

Advertisements

Eine Antwort to “Massaker für Etepetete”

  1. Holger said

    Am Freitag begann die Robbenjagd-Saison – jetzt ist das alljährliche blutige Treiben gestoppt. Weil ein Schiff kenterte und mehrere Menschen ums Leben kamen, setzten fast alle anderen Fangboote das Robbentöten zunächst aus.

    Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,544217,00.html

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: