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Wie sich die FDP an der Perle einer Auster einen Zahn ausbeisst

Posted by Holger - 20 Februar 2008

Zugegeben: der Titel ist ein wenig erklärungsbedürftig.

Wer die Interseite der Hamburger Werbeagentur http://www.oysterbay.de aufruft, kann sich dort über die „Philosophie“ dieses Unternehmens informieren. „Philosophie“ – das beudeutet eigentlich „Liebe zur Weisheit“. Welch Kriegserklärung an die Weisheit, dass ein Kaufen-kaufen-kaufen-Schreien-Betrieb diese Bezeichnung gleichermassen im Munde führt.
Ich schweife ab…
Oysterbay erläutert, dass „jede Anzeige, jede Promotion oder jede noch so kleine Aktion für sich betrachtet eine einzigartige und spektakuläre Werbemaßnahme – sprich Perle – sein“ muss. Dabei vergessen die Schreiberlinge, dass „einzigartig“ uns „spektakulär“ keine Garanten für Schönheit und Anmut sind, wie beispielsweise der einzigartige und spektakuläre Angriff auf das WTC eindrucksvoll belegte.

Was hat nun Glasperlen-Oysterbay mit der FDP zu tun?

Nun, die FDP Hamburg wollte gerne so eine Perle haben – und haben doch nur die übliche Werbekacke erhalten. Ziemlich unclever und alles andere als einzigartig verschickte Oysterbay nämlich Werbe-Spam gezielt an Weblog-Betreiber. „Hallo! Kennst du schon den FDP-Wahlwerbespot für die Bürgerschaftswahlen in HH? Wäre der nicht was für deinen Blog?“ lautete der Text, den ein gewisser „Niklas Sörensen“ mit seiner GMX-Mail an die Blogger verschickte. Hinter „Niklas Sörensen“ stand niemand anderes als Oysterbay itself. Dort bezeichnet man diese Spam-Aktion als „virales Marketing„. Den Täuschungsversuch legetimiert sich Geschäftsführer Wulf-Peter Kemper so: „Wenn Mails von einer Werbeagentur kommen, dann werden sie weggeklickt, mit einer GMX-Adresse haben wir mehr Chancen, da rein zu kommen.“ Und reinkommen wollen sie schließlich – egal wie.

Und damit wären wir wieder bei der FDP. Die wollen auch reinkommen; nämlich in die Hamburger Bürgerschaft. Laut den aktuellen Umfragewerten ist der Einzug in die Machtzentrale des norddeutschen Stadtstaates jedoch unsicher; die Gelben könnten an der 5-Prozent-Hürde scheitern. Wünschen tue ich es ihnen. Denn wer braucht schon Spam im politischen Tagesgeschäft? Andererseits: zwischen Viagra und Penisverlängerungen machen sich Konsorten wie Fock und Westerwelle doch sehr gut.

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