Nachdenkstoff

Inspirationen, Impulse, Informationen, Interessantes

Warum die Erderwärmung Deutschland kälter macht

Posted by Holger - 19 November 2007

Es soll ja noch Leute geben, die meinen, die Erderwärmung bringe uns in Deutschland angenehmere Zeiten weil mildere Temperaturen. Klar: wer friert schon gerne? Doch durch die globale (eben „global“ und nicht „deutschlandbezogene“) Erwärmung wird es in Deutschland im Winter kälter! Wir werden also mehr frieren als bisher!
Warum wird es kälter, wenn doch von einem Temeraturanstieg die Rede ist?

Durch den globalen Temperaturanstieg schmelzen baknntlich die Pole. Salopp formuliert: die kalte Nordpolregion „saugt“ warmes Meerwasser aus der Äquatorregion an. Das ist es, was wir den Golfstrom nennen. Dadurch wiederum wärmt sich die Luft hier in unseren Breiten. Bedenkt man, dass nördlich des 50. Breitenkreises in Kanada ein ausgesprochen kaltes Klima herrscht, bei dem nur Moose und Flechten gedeihen, und in dieser Tundra nur kälteresistente Tiere wie Karibus leben, sieht es in Europa deutlich anders aus. Der Golfstrom beschert Mitteleuropa Laubwälder und saftige Wiesen, gute Bedingungen für Ackerbau und Viehzucht (zitiert aus Wikipedia: Golfstrom).

Schmelzen die Eismassen am Nordpol, fällt der „Saugeffekt“ weg, kommt die Wärme des Äquators nicht mehr nach Europa, wird es hier eben auch arschkalt.
Wie die Netzzeitung schreibt, könnte noch in diesem Jahrhundert der Golfstrom abbrechen. Man kann also schon mal anfangen, dicke Socken und Norwegerpullis zu stricken. Wir werden sie brauchen.

Nicht nur meterologisch wird es kälter werden in Deutschland. Auch atmosphärisch / gesellschaftlich. Das zwischenmenschliche Klima wird enorm belastet, wenn Millionen Menschen, die derzeit auf den Pazifik-Inseln oder im Nahen Osten leben, bei uns eine neue Heimat suchen; denn diese Regionen der Welt werden überschwemmt werden. Nicht zu vergessen diejenigen, die aus Afrika nach Europa kommen möchten (500 Millionen Menschen werden Wassermangel leiden, die Ernteausfälle werden ca. 50% betragen) oder aus Lateiamerika (Wassermangel für vmtl. 10 bis 70 Millionen Menschen) oder aus Südeuropa (Dürre und Ernteausfälle) oder aus Südasien (Wasserknappheit). Diese Menschen werden sich denken „lieber arschkalt als verdursten“ – nachvollziehbar, oder? Ob die Bundesrepublik Deutschland mehrere Millionen Zuwanderer aufnehmen wird…?

Ach so: ich schreibe hier im Indikativ („es wird so sein“), nicht im Konunktiv („es könnte so werden“), weil alles, was ich bisher über dieses Thema in Erfahrung bringen konnte unzweifelhaft dieses Szenario als zwingende Folge unseres gegenwärtigen Handelns beschreibt. Dabei gibt es trotzdem einen Konjunktiv: es könnte nämlich auch anders kommen. Wir, also Sie und ich, wir könnten diese Katastrophe nämlich wohl auch noch aufhalten. Nicht mehr alle Folgen sind reversibel, aber der große Show-Down lässt sich nach gegenwärtigen Erkenntnissen noch vermeiden.

Wie?

Hier die zehn wichtigsten Tipps, was Sie für das Klima tun können (nach Greenpeace):

  1. Wechseln Sie zu einem unabhängigen Ökostromanbieter. Diese sehr einfach zu realisierende Maßnahme bringt für das Klima enorm viel. Ein durchschnittlicher 3-4 Personen-Haushalt kann dadurch im Jahr bis zu 1,9 Tonnen CO2 einsparen.
  2. Fahren Sie mit Fahrrad, Bus oder Bahn zur Arbeit. Wenn Sie pro Tag rund 20 Kilometer Arbeitsweg zurücklegen, sparen Sie bei einem Durchschnittsverbrauch ihres PKW von 10 Litern auf 100 Kilometer rund 800 Kilogramm CO2 im Jahr.
  3. Reduzieren Sie den Fleischanteil Ihrer Ernährung. Wenn Sie sich ausgewogen und fleischreduziert ernähren (oder sogar Vegetarier werden) ersparen Sie dem Weltklima rund 400 Kilogramm CO2 im Jahr.
  4. Verzichten Sie auf Inlands- und Kurzstreckenflüge. Ein einziger Hin- und Rückflug Hamburg-München verursacht 340 Kilogramm CO2. Die Bahnfahrt dauert länger, ist aber viel umweltfreundlicher.
  5. Kaufen Sie biologisch erzeugte Nahrungsmittel aus Ihrer Region. Beim Bioanbau wird nur etwa die Hälfte an Energie benötigt. Bei langen Transportwegen entstehen außerdem überflüssige Emissionen: Eine Mahlzeit von 100 Gramm Spargel aus Chile verursacht allein durch den Transport 1,7 Kilogramm CO2-Ausstoß. Aus der eigenen Region zur Spargelzeit nur 60 Gramm.
  6. Drehen Sie die Heizung runter. Sie sollen nicht im Kalten sitzen. Aber die Absenkung der Raumtemperatur um nur ein Grad senkt die CO2-Emissionen eines 4-Personen-Haushalts pro Jahr um rund 350 Kilogramm. Senkt man die Temperatur in der Nacht in der Wohnung generell auf 15-16 Grad, spart das noch einmal knapp 300 Kilogramm CO2.
  7. Waschen Sie mit niedriger Temperatur und voller Maschine. Lassen Sie die Vorwäsche weg und waschen Sie grundsätzlich höchstens mit 60 Grad, nur in Ausnahmefällen mit 95 Grad. Die meiste Wäsche wird auch bei 30-40 Grad perfekt sauber. Anschließend nicht in den Trockner sondern auf die Leine. Einsparpotenzial: bis zu 330 Kilogramm CO2 pro Person und Jahr.
  8. Kaufen Sie keine Energiefresser. Wenn Sie Neuanschaffungen machen, sollten Sie auf die Energieeffizienz der Geräte achten. Nicht immer ist das billigste Gerät auf Dauer auch das preisgünstigste. Einsparungen bis 50 Prozent sind möglich!
  9. Schalten Sie alle elektrischen Geräte ab, die Sie nicht gerade benutzen. Die so genannten Standby-Schaltungen sind praktisch, weil man sich nicht mehr vom Sofa oder dem Bett erheben muss, um Fernseher, Videorecorder oder Stereoanlage einzuschalten. Aber die Geräte verbrauchen auch in diesem Zustand Energie – oft unnötig viel. Geräte, die keinen Ausknopf haben sollten Sie an eine schaltbare Steckerleiste anschließen. Einsparungen pro Haushalt von 300 Kilogramm CO2 sind so möglich!
  10. Ersetzen Sie alte Glühbirnen durch moderne Energiesparlampen. Pro 60-Watt-Glühbirne, die durch eine gleich helle 11-Watt-Sparlampe ersetzt wird, sparen Sie im Jahr 20,5 Kilogramm CO2. Was wenig klingt, kann große Wirkung entfalten. Eine Schätzung aus Großbritannien besagt: Wenn pro Haushalt nur eine normale Glühbirne gegen eine Energiesparlampe ausgetauscht wird, kann dafür ein (Kohle-)kraftwerk abgeschaltet werden.

Und nicht zu vergessen:
11. Machen Sie der Industrie und der Politik Druck! Von der Seite ist nämlich derzeit leider außer hohlen Phrasen nichts zu erwarten.

Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: